Kann man ein ganzes Haus nur damit heizen?

Die Frage, die uns Kunden am häufigsten stellen, ist, ob man mit Infrarotpaneelen wirklich das ganze Haus als Hauptheizung betreiben kann oder ob sie nur als Zusatzheizung taugen. Die klare Antwort aus tausenden realisierten Projekten lautet ja, man kann ein Haus komplett damit heizen, aber man muss die Physik des Hauses verstehen und die Anlage richtig planen.

Wie funktioniert ein Haus, das nur mit Infrarot geheizt wird?

Bei einer klassischen Gasheizung heizen Sie Luft, die sofort entweicht, sobald Sie ein Fenster öffnen. Bei einer Infrarotheizung heizen Sie die Bausubstanz selbst. Wände, Decken und Fußböden speichern die Wärme wie ein großer Kachelofen und geben sie dann stundenlang als milde Strahlungswärme wieder ab. Deshalb fühlt sich ein Haus mit Infrarotheizung viel behaglicher an und kühlt auch bei Lüften kaum aus. Nach zwei bis drei Wochen Dauerheizung sind die Wände vollständig durchgewärmt und das Haus wird extrem träge auf Temperaturverluste, was den Stromverbrauch deutlich senkt. Der Schlüssel ist also nicht, Luft zu erhitzen, sondern das Mauerwerk trocken und warm zu halten.

Was ist für eine Zulassung als Hauptheizung nötig?

In Deutschland und Österreich wird die Infrarotheizung als vollwertige elektrische Direktheizung anerkannt. Für den Neubau ist wichtig, dass Sie die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 haben, die jeder Energieberater erstellen kann. In einem gut gedämmten Neubau nach KfW 40 Standard benötigen Sie nur noch etwa fünfunddreißig bis fünfundvierzig Watt pro Quadratmeter. Das bedeutet, dass ein Haus mit einhundertvierzig Quadratmetern eine installierte Leistung von nur sechs Kilowatt hat, was dem Anschluss einer normalen Starkstromleitung entspricht. Jedes Paneel bekommt sein eigenes Thermostat, sodass Sie die Heizung als dezentrales System betreiben und jeden Raum einzeln steuern können.

Die idealen Einsatzgebiete für die Hauptheizung

Am besten eignet sich die Infrarotheizung für Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser, Holzständerhäuser und sehr gut sanierte Altbauten. Perfekt ist sie auch für Häuser, in denen kein Platz für einen Heizraum ist oder wo kein Gasanschluss liegt. Wenn Sie bereits eine Photovoltaikanlage besitzen, wird die Infrarotheizung fast unschlagbar, weil Sie Ihren eigenen Strom direkt in Wärme umwandeln. In den Übergangsmonaten März, April und Oktober heizen Sie damit praktisch kostenlos, weil die Solaranlage viel mehr produziert, als Sie für das Heizen brauchen. In den kalten Monaten Dezember und Januar beziehen Sie Strom aus dem Netz, aber dank der niedrigen Vorlauftemperaturen und der Zonenregelung bleibt der Verbrauch immer noch deutlich unter dem, was ein alter Nachtspeicherofen verbraucht hätte.

Posts aus derselben Kategorie: